28.09.13

Reges Interesse am „Tag der Offenen Baustelle“

Das Hospizhaus gegenüber der Oberesslinger Martinskirche nimmt innen und außen immer deutlichere Formen an. Damit sich davon auch interessierte Bürgerinnen und Bürger überzeugen konnten, hatte die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen, die das Haus baut, zu einem „Tag der offenen Baustelle“ eingeladen. Zugleich verkaufte die ehemalige Esslinger Landtagsabgeordnete und Stadträtin Elisabeth Nill selbst gemalte Bilder zu Gunsten des Hospizhauses.

S. Bessey führt Besucher - Foto: URH

„Es ist gut, dass sich die evangelische Kirche dieser Aufgabe stellt, das erste stationäre Hospiz im Landkreis zu bauen“ – so oder ähnlich lauteten viele Kommentare der zahlreichen Besucher, die sich von Dekan Bernd Weißenborn, Siegfried Bessey, dem Vorsitzenden des Gesamtkirchengemeinderats, Pfarrerin Dorothea Gölz-Most, Architekt Jens Könekamp, und Projektleiter Horst-Peter Enge durch das ehemalige Pfarrhaus der Martinskirche und den neuen Anbau führen ließen. Viele zeigten sich beeindruckt von den großzügigen Räumen und der hellen Atmosphäre des Hauses.

Noch ist der Bau nicht fertig, doch der Bau sei im Zeitplan, erklärte Könekamp. Am 4. April 2014 soll das Hospiz eingeweiht werden. Die Plochinger Textildesignerin Verena Könekamp, die mit der künstlerischen Gestaltung der Räume beauftragt ist, stand Interessierten ebenfalls für Informationen zur Verfügung und zeigte Beispiele ihrer Arbeit.

Bilderverkauf fürs Hospiz

Eine starke Unterstützerin hat das Hospizhaus in Elisabeth Nill. Die heute 81-Jährige hat mit 70 Jahren durch die Malerei eine neue Kraftquelle gefunden. Schon einmal hat sie Bilder zu Gunsten des Hospizhauses verkauft. Knapp 80 Werke präsentierte sie dieses Mal im Ertinger-Gemeindehaus neben der Martinskirche. Bewusst waren die Preise so gehalten, dass auch Menschen mit kleinem Geldbeutel sie erwerben konnten. „Von vielen kann ich mich schwer trennen“, gestand die Künstlerin.

Malerei als Rettung nach schwerer Krankheit

„Ich weiß, dass Sie sehr stark mit ihren Bildern verbunden sind, deshalb geben Sie damit auch ein Stück von sich selbst weiter“, freute sich Weißenborn über die großzügige Geste Elisabeth Nills. Mit der Benefizaktion wolle sie etwas zurückgeben, sagte diese auf die Frage von Pfarrer Peter Schaal-Ahlers, warum ihr die Hospizarbeit so am Herzen liege. „Das Malen hat mich nach einer schweren Krankheit gerettet.“ Sie hoffe, dass im Hospiz auch eine Kunsttherapeutin arbeiten werde, denn: „malen kann man bis zuletzt“.

Drei ihrer Bilder versteigerte Dekan Weißenborn und erlöste für „Tor zum Licht“, „Leuchtender Herbst“ und „Feierliche Stille“ 380 Euro. Anschließend konnten Interessierte die anderen Bilder erwerben. Knapp 1400 Euro ergab der Kassensturz.