26.04.18

„Hier passt einfach alles“

Mit mehr als 200 000 Euro hat die Lechler Stiftung bisher das Hospiz Esslingen unterstützt. Jüngst wurde das Hospiz zudem für das Projekt „Letzte Fragen – Esslingen im Dialog“, das eine Sorgekultur in der Stadt zum Ziel hat, mit dem Paul Lechler Preis ausgezeichnet. Jetzt wollte sich Walter Herwarth Lechler, der Vorsitzende des Stiftungsrates und Urenkel von Gründer Paul Lechler, auf Einladung von Susanne Kränzle, Gesamtleiterin des Hospiz, vor Ort ein Bild machen.

© U. Rapp-Hirrlinger

Dieter Hauswirth, Walter Herwarth Lechler, Bernd Weißenborn, Susanne Kränzle (v.l.) in einem Patientenzimmer

© U. Rapp-Hirrlinger

Bernd Weißenborn, Dieter Hauswirth, Walter Herwarth Lechler, Susanne Kränzle (v.l.) in der Wohnküche des Hospiz

Gemeinsam mit Dieter Hauswirth, dem Geschäftsführer der Stiftung, wurde er von Dekan Bernd Weißenborn und Susanne Kränzle, durch das Haus geführt. Stolz berichtete Weißenborn, dass das knapp drei Millionen teure Bauvorhaben komplett aus Spenden – unter anderem auch der Lechler Stiftung - finanziert wurde. Im Hospiz sind nun alle Bereiche der Hospizarbeit – ambulant, stationär, Trauerbegleitung und Fortbildung – unter einem Dach vereint. Die kurzen Wege erleichterten die Arbeit sehr, so Kränzle. Weißenborn erinnerte daran, dass das Gebäude in der Keplerstraße früher das Pfarrhaus der Martinskirche war, das um einen Anbau erweitert wurde.

Die beiden Besucher erfuhren, dass das Hospiz sterbenskranken Menschen aller Religionen, Konfessionen oder Weltanschauungen offen steht und es eine bei der Trägerin, der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, angestellte evangelische Pfarrerin gibt, Seelsorger anderer Konfessionen oder Religionen jedoch auf Wunsch der Gäste gerufen werden. Verstorbene werden in einer Feier im Zimmer verabschiedet und müssen auch nicht sofort vom Bestatter abgeholt werden, um den Angehörigen Zeit zu geben, Abschied zu nehmen. Rund 300 Menschen sind in den vier Jahren seit der Eröffnung des Hauses im Hospiz gestorben. Susanne Kränzle erläuterte das künstlerische Gestaltungskonzept der Plochinger Künstlerin Verena Könekamp. Sie betonte auch, dass haupt- wie auch ehrenamtliche Mitarbeiter überwiegend Frauen sind, die Ehrenamtlichen im Haus geschult werden und dort auch ihre Gruppentreffen abhalten.

Weißenborn bedankte sich nicht nur für die große finanzielle Unterstützung der Stiftung, sondern auch für die Auszeichnung mit dem Lechler-Preis. „Dies ist eine große Würdigung und Wertschätzung unserer Arbeit.“

Am Ende des Rundgangs zeigten sich die beiden Besucher beeindruckt: „Man sieht, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wurde“, lobte Hauswirth. Die Stiftung fördere „Leuchtturmprojekte“, so Lechler. Die Arbeit des Hospiz wirke unter anderem mit dem Projekt „Letzte Fragen“ auch in die Gesellschaft hinein. Das ist Weißenborn wichtig: „Wir wollen nicht abgeschottet sein, sondern möglichst transparent und gut vernetzt.“ Mit dem Bau des Hospizes habe die Evangelische Gesamtkirchengemeinde „Maßstäbe gesetzt fürs ganze Land“, lobte Hauswirth. „Es ist beeindruckend, mit welcher Konsequenz alles durchdacht, geplant und den realen Anforderungen angepasst wurde“, ergänzte Lechler. „Hier passt einfach alles.“