22.04.20

Professionelle Masken für das Hospiz

Seit Mitte März konnte das Hospiz Esslingen keine neuen Gäste mehr aufnehmen, weil es an professioneller Schutzkleidung mangelte. Dank einer Initiative von Richard W. Malone, Inhaber des Hausnotrufdiensts HuPS24 mit Sitz in Esslingen und Stuttgart, ist dies nun anders. Er orderte in einer Sammelbestellung insgesamt mehr als 12 000 professionelle CE-zertifizierte FFP2-Masken bei einem chinesischen Medizinprodukte-Hersteller. 500 Masken gingen an das Hospiz Esslingen.

Übergabe der Masken vor dem Hospiz


Für Susanne Kränzle, Gesamtleiterin des Hospiz Esslingen, war die Initiative Malones eine wertvolle Hilfe. Weil derzeit alle Neuaufnahmen laut einer Landesverordnung im Hospiz zwei Wochen in Quarantäne müssen und ihre Zimmer nicht verlassen dürfen, ist für die Mitarbeitenden, die diese neuen Patienten betreuen, Schutzkleidung unerlässlich. Solange diese fehlte, konnten nur die Gäste, die bereits im Hospiz aufgenommen waren, betreut werden. Inzwischen habe man auch Schutzanzüge und entsprechende Brillen erhalten. „Nun können wir wieder neue Gäste aufnehmen“, freut sich Kränzle.. Die 500 Masken seien ein gutes Polster und reichten etwa zweieinhalb Monate. Alle Hospize in Baden-Württemberg hätten das gleiche Problem, so die Gesamtleiterin, das sich erst langsam zu lösen begänne dank Initiativen wie der von Herrn Malone.

Nicht nur in Kliniken, sondern auch bei ambulanten Pflegediensten, in Alten- und Pflegeheimen sowie bei Hausnotrufdiensten und eben im Hospiz Esslingen ist hochwertige Schutzkleidung zurzeit Mangelware. Doch diese Einrichtungen würden von den Behörden oft vergessen, kritisiert Malone. Mangels behördlicher Unterstützung nahm er die Sache selbst in die Hand. „Aus der Not geboren“, wie er sagt. Kurzerhand fragte er bei Kooperationspartnern und befreundeten Diensten -  neben dem Hospiz unter anderem auch die Sozialstation Esslingen, die Städtischen Pflegeheime und das DRK Esslingen – nach, ob Interesse an einer gemeinsamen Bestellung bestehe.

Für die Order in China hatte er nicht nur jede Menge bürokratischer Hürden zu nehmen, sondern ging auch mit knapp 19 000 Euro und damit mit der kompletten Kaufsumme in Vorkasse. „Mit Bauchschmerzen sei er das Risiko eingegangen, gesteht Malone. „Doch wir hatten großen Mangel an Masken und dadurch auch enormen Zeitdruck.“ Auch bei den Kooperationspartnern waren die Lagerbestände an Schutzmasken beinahe aufgebraucht. Zudem kannte Malone den Lieferanten bereits. Dieser bot einen annehmbaren Preis und lieferte innerhalb von gut drei Wochen. Die Bundestagsabgeordneten Nils Schmid (SPD) und Markus Grübel (CDU) erwirkten eine priorisierte Zollbehandlung.

Malone will nun eine weitere Sammelbestellung organisieren, falls bei seinen Partnern Interesse bestehe.