20.04.13

Stricken für den guten Zweck

Bereits zum zweiten Mal spendet die Historische Bürgergarde Esslingen 5000 Euro für das Esslinger Hospizhaus. Das Geld soll dem laufenden Betrieb des ersten stationären Hospizes im Landkreis Esslingen zu Gute kommen. Die Bürgergarde wolle damit zeigen, wie wichtig diese Einrichtung sei, sagte Vorstandsmitglied Martin Schön bei der Übergabe der Spende an Dekan Bernd Weißenborn. Das Hospizhaus, das die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen im ehemaligen Oberesslinger Pfarrhaus baut, wird acht stationäre Betten für Schwerstkranke und Sterbende sowie Platz für die ambulante Hospizarbeit bieten.

Trautel Schön, Manfred Meckler, Horst-Peter Enge, Martin Schön, Dekan Bernd Weißenborn, Erika Meckler. (v.l) – Foto: Gudrun Aschenbrenner

T. Schön, M. Meckler, H.-P. Enge, M. Schön, B. Weißenborn, E. Meckler. (v.l) – Foto: G. Aschenbrenner

„Diese großzügige Spende hilft uns ungeheuer weiter“, bedankte sich Dekan Weißenborn. Aber auch die ideelle Unterstützung ist ihm wichtig. „Das Hospizhaus braucht Menschen wie Sie, die das Haus zu ihrem Anliegen machen“, betonte er. Die Bürgergarde hat im Rahmen ihrer „Doppelten Hilfe“ auch im vergangenen Jahr beim Esslinger Weihnachtsmarkt Glühwein, Selbstgebasteltes und Selbstgestricktes verkauft. Der Erlös fließt jeweils sozialen Zwecken zu. Das ganze Jahr über strickt ein Kreis von Frauen Socken, Mützen, Schals und anderes. Allein 250 Paar Socken wurden im vergangenen Jahr hergestellt. „Wir könnten gut noch Strickerinnen gebrauchen“, sagt Manfred Meckler, dessen Frau Erika zum Kreis der fleißigen Handarbeiterinnen gehört.


Dass das Hospizhaus Menschen aus dem ganzen Landkreis und unabhängig von Religion oder Konfession offenstehen wird, gefällt der Bürgergarde, deren Vertreter sich vor Ort ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten machten. Die Bauarbeiten seien im Zeitplan, betonte Projektleiter Horst-Peter Enge. „In einem Jahr werden wir einziehen.“ Ein solches Projekt zu realisieren sei nur möglich dank der breiten Unterstützung aus der Bevölkerung. Von den Kosten für Bau und Einrichtung in Höhe von rund 2,72 Millionen Euro fehlten noch etwa 250 000 Euro. Weil die Krankenkassen nicht die kompletten Kosten für die Betreuung der Patienten für den Aufenthalt im Hospiz übernehmen, rechnet die Gesamtkirchengemeinde hier mit einem Defizit von jährlich rund 150 000 Euro. Auch dieser Betrag müsse durch Spenden aufgebracht werden, betonte Weißenborn.