19.05.14

Im ökumenischen Geist unterwegs

Ein Bronzekreuz, einen passenden Kerzenhalter, fünf Großdruckexemplare des Gotteslobs, zwei Rosenkränze und eine große Bibel mit Illustrationen von Sieger Köder brachte Stefan Möhler als Geschenk der Katholischen Gesamtkirchengemeinde ins Esslinger Hospiz. „Wir möchten damit einen Beitrag zur Seelsorge leisten“, erklärte der katholische Priester und Leiter der Seelsorgeeinheit Esslingen. Kreuz und Kerzenleuchter könne man am Krankenbett aufstellen und wenn noch weitere Rosenkränze gebraucht würden, „geben wir gerne noch mehr“.

S. Möhler, S. Kränzle, S. Schöttner-Becker, B. Weißenborn - Foto: URH

Auch wenn das Haus von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde getragen wird, spielen Religion oder Konfession bei der Aufnahme keine Rolle. „Katholische Priester waren als Seelsorger schon im Haus und auch unser Team ist ökumenisch“, berichtete Susanne Kränzle, die die Gesamtleitung des Hospizes hat. Ein großer Teil der Mitarbeitenden wisse also mit den gespendeten Gegenständen umzugehen. Die ausdruckstarken Bilder von Sieger Köder erleichterten den Zugang zu religiösen Fragen, vor allem dann, wenn die Sterbenskranken nicht mehr lesen könnten oder ihre kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt seien, weiß Kränzle.
„Wir sind in einem guten ökumenischen Geist unterwegs“, betonte auch Dekan Bernd Weißenborn Er bedankte sich für das Geschenk als schönes Zeichen dafür, dass die katholische Kirche hinter dem Hospiz stehe. Dort gehe es nicht nur um die würdige Begleitung Sterbender, sondern auch darum, in der Seelsorge einen Raum des Trostes zu eröffnen. „Wir tragen gerne dazu bei, diesen offenen Geist zu leben“, betonte Möhler. Für die Bibel hat er bewusst die ökumenische Einheitsübersetzung gewählt.

 

Wer möchte, wird im Hospiz von einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger begleitet. Regelmäßig ist auch die evangelische Pfarrerin Dorothea Gölz-Most im Hospiz. Den Gästen des Hospizes wird angeboten, auf Wunsch deren Seelsorger aus der Heimatgemeinde anzurufen. Stefan Möhler freute sich, dass das Haus schon kurz nach der Eröffnung voll belegt ist und damit gut angenommen werde.