16.05.19

„Was macht das mit einem?“

„Was macht das mit einem?“ - Diese und viele andere Fragen stellten die Mitglieder des Ortsfrauenausschusses der IG Metall Esslingen an Susanne Kränzle, die Leiterin des Hospiz Esslingen, als sie ihr einen Scheck über 500 Euro überreichten.

© M. Wüllner

Das Geld stammt aus einer Tellerspenden-Aktion, als die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin zu Gast beim Neujahrsempfang der IG Metall-Frauen war und zugunsten des Hospizes auf ihr Honorar verzichtete sowie einer Aufstockung durch die IG Metall-Geschäftsstelle.

Träger des Hospizes ist die Ev. Gesamtkirchengemeinde Esslingen, die Haupt- und Ehrenamtlichen im Hospiz sind jedoch nicht missionarisch tätig und es gibt auch keine religiösen Symbole im Haus. „Wir sind hier eine diskriminierungsfreie Zone und kümmern uns um alle todkranken Menschen ohne Ansehen der Person“, gibt Susanne Kränzle Auskunft.

Knapp 13 Stellen stehen für die Arbeit im Hospiz zur Verfügung. Dazu kommen etwa 70 Ehrenamtliche, meist Frauen, die sich ohne Aufwandsentschädigung engagieren. Ersetzt bekommen sie lediglich die Fahrtkosten. In die acht Gästezimmer im Haus wurden im Laufe der Jahre bisher etwa 500 Kranke aufgenommen, die durchschnittliche Verweildauer beträgt 14 Tage.

Die Frage, was die Hospiz-Arbeit mit einem macht, beschäftigte die IG Metall-Frauen sehr. „Die Endlichkeit wird einem bewusst“, „es ist manchmal, wie wenn man in einen Spiegel schaut“ und „es wird einem bewusst, was wirklich wichtig ist im Leben“ sind drei der Antworten, die Susanne Kränzle auf diese Frage geben konnte. Sie hat an der Errichtung der stationären Einrichtung mitgewirkt, ist von Anfang an dabei. Im April 2014 wurde das stationäre Hospiz errichtet, vor Kurzem das fünfjährige Jubiläum gefeiert. Die Einrichtung ist hell und freundlich und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Man spürt die Handschrift von Susanne Kränzle, kann erahnen, was für ein Mensch sie ist – empathisch, aufmerksam, reflektiert.

Monica Wüllner, Gewerkschaftssekretärin