14.01.20

Beeindruckt von der offenen Atmosphäre

Mitarbeiter der Agentur für Arbeit in Esslingen und Göppingen haben für das Hospiz gespendet.

© U. Rapp-Hirrlinger

R. Florek, S.Kränzle, R. W. Linge und K. Beck (v.l.)

Von Echterdingen bis Geislingen und von Nürtingen bis Esslingen haben die über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur für Arbeit in Esslingen und Göppingen in den Wochen vor Weihnachten Spenden für das Hospiz Esslingen gesammelt. In allen Dienststellen wurden Spenden-Sparschweinchen oder andere Behälter aufgestellt. Zudem gab es jeweils eine Person, die über das Spendenprojekt informierte. Mehr als 800 Euro sind zusammengekommen. Karlheinz Beck, Leiter der Agentur für Arbeit im Landkreis Esslingen, Ralf Florek, stellvertretender Personalratsvorsitzender, und Arbeitsvermittler Ralf Werner Linge, der die Spendenaktion organisiert hatte, übergaben die Spende jetzt an Susanne Kränzle, die Gesamtleiterin des Hospiz Esslingen.

Diese bedankte sich für die Zuwendung: „Es berührt mich besonders, weil das ja keine klassische Firmenspende ist, sondern direkt aus der Mitarbeiterschaft kommt.“ Jeder Cent komme direkt der Arbeit im ambulanten und stationären Bereich des Hospiz Esslingen zu Gute. Neben der finanziellen Gabe ist Kränzle aber auch wichtig, dass dadurch ein Zeichen der Solidarität mit sterbenden Menschen gesetzt werde. „Wir sind darauf angewiesen, dass man uns kennt“, betonte sie. Verwundert zeigte sich Beck, als er hörte, dass die Krankenkassen nicht die tatsächlichen Kosten, sondern nur einen Anteil bezahlen. Etwa 560 Euro kostet ein Bett im stationären Bereich pro Tag, rund 80 Euro davon muss der Träger, die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen selbst aufbringen. Hintergrund sei, dass mit Hospizen kein Geld verdient werden solle, erklärte Kränzle.

Dass den Mitarbeitenden der Arbeitsagentur die Hospizarbeit am Herzen liegt, zeigte sich nicht zuletzt an der Spendensumme. „Für das Hospiz war die Spendenbereitschaft überdurchschnittlich“, betonte Linge. Seit Jahren entscheiden die Mitarbeitenden, welches Projekt mit der vorweihnachtlichen Spendenaktion bedacht werden soll. Es habe viele positive Rückmeldungen von den Kollegen gegeben. „Als Sozialbehörde ist es uns ein Anliegen, gezielt Projekte zu fördern“, sagte Beck.

Nach einem Rundgang durchs Haus zeigten sich die drei Besucher beeindruckt von der Atmosphäre und der Arbeit im Hospiz. „Ich hatte im Vorfeld Bedenken, hierher zu kommen“, gestand Beck, dass er sich mit dem Thema zuvor noch nicht beschäftigt hatte. „Es ist ein freundliches, helles Haus und ich denke, die Menschen sind hier gut versorgt“, so sein Eindruck vor Ort. Auch Linge sagte: „Ich habe es mir bedrückender vorgestellt. Doch die Atmosphäre ist sehr offen und die Pflegekräfte sind gut drauf.“ Nach einem kurzen Gespräch mit einer Pflege-Auszubildenden und einer FSJ-lerin im Hospiz meinte Florek: „Es ist gut, dass sich auch junge Leute für diese Arbeit interessieren.“