10.11.20

Keine Gedenkfeier für Verstorbene des Hospiz

Seit vielen Jahren gedenkt das Hospiz am Totensonntag, der in diesem Jahr auf den 22. November fällt, in einer Feier in der Martinskirche in Oberesslingen der Menschen, die im zurückliegenden Jahr vom ambulanten Hospizdienst begleitet wurden oder im stationären Bereich des Hospiz Esslingen verstorben sind.

Dazu sind Angehörige eingeladen und Menschen, die Angebote der Trauerbegleitung wahrgenommen haben. Wegen der Corona-Pandemie kann diese Gedenkfeier, in der sonst mit Texten und Musik der Verstorbenen gedacht wird, in diesem Jahr zum ersten Mal nicht stattfinden.

„Die Feier lebt von der Begegnung, von Umarmungen und dem gemeinsamen Erinnern, mit dem wir die Verstorbenen in unsere Mitte holen und die Hinterbliebenen spüren lassen, dass sie in ihrer Trauer nicht alleine sind. All dies ist wegen Corona nicht möglich“, bedauert Susanne Kränzle, die Gesamtleiterin des Hospiz Esslingen.

Deshalb bekommen die Angehörigen in diesem Jahr einen Brief und eine Kerze. „Wir ahnen, dass die Umstände dieses Jahres Sie den erlittenen Verlust möglicherweise noch viel schmerzhafter erleben lassen, da Sie ihn nicht mit anderen Menschen teilen können“, schreiben die Verantwortlichen im Hospiz.

Am Toten- oder Ewigkeitssonntag wird um 17 Uhr im Hospiz eine Kerze zum Gedenken an die Verstorbenen und ihre Angehörigen entzündet. „Vielleicht“, so heißt es im Brief, „mögen Sie Ihr Kerzlein um die gleiche Zeit zuhause auch leuchten lassen, mit uns zusammen an unsere Toten denken und die Gemeinschaft spüren, die uns mit ihnen und untereinander verbindet“.