08.03.13

„Starke Geste“ für die Hospizarbeit

Mit 105 000 Euro fördert die Paul-Lechler-Stiftung die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Hospiz- und Palliativarbeit im Esslinger Hospizhaus. Dieter Hauswirth, Geschäftsführer der Stiftung, überbrachte diese gute Nachricht in Form des Förderbescheids jetzt an Dekan Bernd Weißenborn und machte sich vor Ort ein Bild vom ersten stationären Hospiz im Landkreis Esslingen.

B. Weißenborn, D. Hauswirth, S. Kränzle, Projektleiter H.-P. Enge (v.l.)

B. Weißenborn, D. Hauswirth, S. Kränzle, Projektleiter H.-P. Enge (v.l.)

Die Stiftung wende sich mit der Förderung der Hospizarbeit einem neuen Bereich zu, berichtete Hauswirth. In den vergangenen Jahren waren vor allem Projekte zur Inklusion von Menschen mit Behinderung unterstützt worden. „In Zukunft wollen wir den demografischen Wandel in den Blick nehmen“, sagte Hauswirth.

 

Der frühere Oberbürgermeister von Metzingen, der seit drei Jahren die Geschäfte der gemeinnützigen GmbH leitet, war angetan vom Konzept des Hospizhauses, das die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen in Oberesslingen baut. Dort soll die ambulante Hospizarbeit, die in Esslingen eine lange Tradition hat, durch acht stationäre Betten ergänzt werden. Beide Dienste werden im ehemaligen Pfarrhaus der Martinskirche, das derzeit umgebaut und erweitert wird, gebündelt.

 

Welle der Unterstützung

 

„Es soll ein Schutzraum entstehen, der Menschen am Ende des Lebens ein Sterben in Würde ermöglicht“, sagte Dekan Bernd Weißenborn. Dies könne aber nur gelingen, wenn das Haus von einer breiten Basis getragen werde. „Es macht uns Mut, dass wir eine solche Welle der finanziellen aber auch menschlichen Unterstützung aus der ganzen Breite der Bevölkerung erfahren“, sagt der Dekan. Die Unterstützung der Paul-Lechler-Stiftung sei „eine starke Geste“, für die er dankbar sei.


Den Zehnten für mildtätige Zwecke

 

Die 1928 gegründete Stiftung geht auf Paul Lechler zurück, der der Überzeugung war, dass Christentum sich durch die Tat bewähren müsse, erklärte Dieter Hauswirth. Seinen wirtschaftlichen Erfolg nutzte Lechler bereits als junger Mann, um mildtätige Zwecke zu unterstützen, und er verpflichtete auch seine Erben, den zehnten Teil aus den Erträgen der Lechlerschen Firmen für soziale Belange einzusetzen.1,5 bis zwei Millionen Euro schüttet die Stiftung heute jährlich aus. Dabei handle es sich immer um Anschubfinanzierungen über drei oder vier Jahre, erklärte Hauswirth.


Auch das Hospizhaus erhält die 105 000 Euro über drei Jahre verteilt. Wie das Kompetenzzentrum arbeiten soll, erklärte Susanne Kränzle, die das Hospizhaus leitet. „Ambulante und stationäre Hospizarbeit müssen aus einem Guss sein, damit sie voneinander profitieren können“.

 

Kompetenz im Hospizhaus bündeln

 

Ziel sei es, den Betroffenen und ihren Angehörigen ein maßgeschneidertes Angebot zur Versorgung zu machen. Das Kompetenzzentrum aufzubauen, ist ihre Aufgabe bis zur Eröffnung des Hauses im Frühjahr nächsten Jahres. Kränzle plant nicht nur den Aufbau der stationären Hospizarbeit und die Vernetzung mit dem ambulanten Hospizdienst und anderen bestehenden Diensten. „Wir wollen das Angebot auch ausbauen“, nennt sie Trauerbegleitung, Palliativberatung und die Qualifizierung von Angehörigen und Pflegepersonal als Zukunftsaufgaben. „Das Hospizhaus soll ein Anlaufpunkt werden für alle, die mit Sterben und Tod zu tun haben.“

 

www.hospiz-esslingen.de