04.04.13

Spende statt Geburtstagsgeschenken

Statt Geschenken zu seinem 70.Geburtstag bat Otto Rapp seine Gäste um eine Spende für das Esslinger Hospizhaus. Dass diese großzügig für das Projekt der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen gaben und so 2500 Euro zusammenkamen, freut den früheren Esslinger Stadtrat.

Bettina Burghardt, Geschäftsführerin Dekanatamt Esslingen, Projektleiter Horst-Peter Enge, Otto Rapp, Siegfried Bessey (v.l.) - Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger

B. Burghardt, Dekanatamt, H.-P. Enge, O. Rapp, S. Bessey (v.l.) - Foto: URH

Sich sozial zu engagieren ist für Otto Rapp eine Selbstverständlichkeit. Schon früher hat er soziale Anliegen unterstützt, zu seinem 60. Geburtstag war es etwa die Krebshilfe. Als Mitglied des Kirchengemeinderats der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen ist er mit dem Projekt Hospizhaus vertraut „Dabei habe ich erfahren, wie nötig und wichtig es ist, Sterbende gut zu betreuen.“ Er selbst hoffe zwar, das Hospiz einmal nicht zu brauchen. „Ich würde gerne sterben wie mein Vater – im Garten mit der Rebschere in der Hand“, sagt der Esslinger Wengerter.


Als ehemaliger Vorsitzender der Esslinger Weingärtner hat Rapp seinen runden Geburtstag in deren Räumen in der Webergasse gefeiert. Die Weingärtner überließen ihm die Räumlichkeiten kostenlos unter der Bedingung, dass die Mietkosten ebenfalls an das erste stationäre Hospiz im Landkreis flossen. Seine Gäste hätten die Idee, das Hospiz zu bedenken, richtig gut gefunden, erzählt Rapp. Nun wünscht er sich, dass andere seinem Beispiel folgen und die gute Sache ebenfalls unterstützen.


Große Spendenbereitschaft

 

2,72 Millionen Euro werden Bau und Einrichtung des Hauses kosten. Rund 250000 Euro fehlen noch dazu. Er sei zuversichtlich, dass man diese Summe bis zum Jahresende noch bekommen werde, freut sich Projektleiter Horst-Peter Enge über die große Spendenbereitschaft.

 

„Es gibt nicht nur die Großspender, sondern auch sehr viele kleine Spenden. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Siegfried Bessey, Vorsitzender des Evangelischen Gesamtkirchengemeinderats. „Gerade die vielen Menschen, die das Projekt auch mit kleineren Summen unterstützen, helfen, es in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.“

 

Hospizwein für die gute Sache

 

Dazu beitragen soll auch der Verkauf des Esslinger Hospizweins, einem eigens von den Esslinger Weingärtnern kreierter Spätburgunder Spätlese trocken. Zwei Euro von jeder verkauften Flasche kommen dem Hospiz zu Gute. „Ein wirklich guter, süffiger Wein, den man genießen kann“, lobt der Kenner Otto Rapp.


Rapps Geburtstags-Spende fließt in den Unterhalt des Hauses. Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde rechnet mit einem jährlichen Defizit von rund 150 000 Euro für den laufenden Betrieb, weil die Krankenkassen nicht die vollen Kosten übernehmen. „Wir sind Ihnen sehr dankbar für die großzügige Unterstützung“, betonte Siegfried Bessey.