03.07.15

Hospize leisten wichtige Arbeit

Bei einem Besuch im Esslinger Hospiz informierte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold aus erster Hand über die dort geleistete Arbeit. Susanne Kränzle, die Leiterin des Esslinger Hospizes, und Dekan Bernd Weißenborn als Repräsentant der Gesamtkirchengemeinde Esslingen, die Trägerin des Hospizes ist, führten ihn durch die Einrichtung.

R. Arnold, B. Weißenborn, S. Kränzle - Foto: Ch. Reusch

Arnold zeigte sich beeindruckt von der dort geleisteten Arbeit. 71 Menschen seien in den ersten neun Monaten nach Eröffnung des Esslinger Hospizes dort verstorben, berichtete Kränzle. Insbesondere der Tod jüngerer Menschen könne belastend für die Betreuungskräfte sein. Es sei deshalb gut, dass im Hospiz vor allem Teilzeitkräfte arbeiteten, sonst wäre es zu anstrengend für die gut 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In jedem Jahr müsse die Gesamtkirchengemeinde Esslingen 180 000 Euro an Spenden zur Finanzierung des laufenden Betriebs aufbringen, erläuterte Weißenborn. Es sei vom Gesetzgeber so gewollt, dass man mit einem Hospiz kein Geld verdienen könne, und das sei auch gut so. Doch die durch Spenden einzuwerbenden Summen seien für alle stationären Hospize an der Grenze des Machbaren.

Arnold wies auf den Entwurf des demnächst im Bundestag abzustimmenden Hospiz- und Palliativgesetzes hin, demzufolge geplant sei, den Krankenkassenanteil an der stationären Hospizarbeit von 90 auf 95 Prozent zu erhöhen. Dadurch solle die finanzielle Belastung der Träger verringert werden. Kränzle betonte, dadurch würde die Situation nicht befriedigend geändert, da die Tagessätze an sich zu niedrig seien. Es sei auch wichtig,  so Arnold, dass die palliative Versorgung allgemein ausgebaut und verbessert werde, auch in den Pflegeheimen.

Arnold befragte Kränzle ganz direkt nach ihren Wünschen an die Politik. Wünschenswert, so Kränzle, sei eine bessere Vernetzung der Leistungsanbieter auf kommunaler Ebene, z. B. in Form Runder Tische. Und die Rahmenbedingungen für die Pflege von Schwerstkranken und Sterbenden müssten in allen stationären und ambulanten Einrichtungen verbessert werden. Nur so könne vielen Menschen beispielsweise die Angst vor einem Heimaufenthalt oder auch der Wunsch nach assistiertem Suizid genommen werden, der häufig der Furcht vor ungenügender Versorgung am Lebensende entspringe.