30.11.17

Ein breites Bündnis für eine kommunale Sorgekultur

„Letzte Fragen: Esslingen im Dialog“ heißt ein Pilotprojekt des Hospiz Esslingen, das die Entwicklung einer kommunalen Sorgekultur in Esslingen zum Ziel hat. Dadurch soll die gesamte Gesellschaft in die Verantwortung für ein gutes Leben und Sterben einbezogen werden. Das in Baden-Württemberg bisher einmalige Projekt will Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen ins Gespräch bringen. Dass dies gelingen kann, zeigte jetzt die Auftaktveranstaltung.

© A. Jetter-Laub

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70 Teilnehmende aus den unterschiedlichsten Bereichen waren der Einladung zur Teilnahme am Projekt gefolgt: Vertreterinnen von Landkreis und Stadt, von Kirche, Pflegeeinrichtungen und Wohnsitzlosenhilfe ebenso wie Mitarbeiterinnen der Hochschule und zivilgesellschaftlich Engagierte aus den Bereichen der Krankenpflegevereine, der Selbsthilfe und des Hospiz Esslingen. Aber auch Bürgerinnen und Bürger, die sich einfach für die Thematik interessieren, waren gekommen.

Susanne Kränzle, die Gesamtleiterin des Hospiz Esslingen, hat gerade diese gesellschaftliche Vielfalt begeistert: „Es war schön, dass neben den Vertretern von Institutionen und Einrichtungen auch so viele bürgerschaftlich Engagierte dabei waren.“ Nur so könne das Ziel erreicht werden, das sich das Projektteam gesetzt hat: „Hospiz muss runter vom Hügel  - in die Breite und Tiefe.“ Sie hofft, dass neue Kooperationen entstehen. „Ich wünsche mir, das wir im Projekt entdecken, was es an Sorge in Bezug auf das Lebensende in Esslingen schon gibt und wie das Bestehende sinnvoll ergänzt und vernetzt werden kann.“

Für eine freudige Überraschung sorgte Dieter Hauswirth, Vorstand der Lechler Stiftung, die das Projekt gemeinsam mit dem Förderverein Hospiz Esslingen finanziert. Er berichtete, dass am Vortag die Jury des mit 50 000 € dotierten Paul-Lechler-Preises das Esslinger Projekt einstimmig für preiswürdig befunden und mit 40 000 € bedacht hat.

Prof. Dr. Andreas Heller und Dr. Patrick Schuchter, die zusammen mit Susanne Kränzle das Projektteam bilden, führten durch die Veranstaltung. Nach einer Einführung traf man sich zu Einzel- und Gruppenarbeiten. Dort wurde konkret über die Sorgekultur in Esslingen nachgedacht und anhand von „Sorgegeschichten“ dokumentiert, welche Erfahrungen bei den Teilnehmenden bereits vorhanden sind und was sie sich wünschen für eine bessere Umsorgung am Lebensende. Die Erfahrungen, Erwartungen und Wünsche werden nun vom Projektteam ausgewertet. Am 11. Januar 2018 findet eine „Moderationswerkstatt“ statt. Dort werden dann ganz konkret die geplanten „Sorgegespräche“ vereinbart und geübt.

Wer Interesse an einer Teilnahme oder Fragen zum Projekt hat, kann sich gerne bei Susanne Kränzle im Hospiz Esslingen melden, Tel. 0711 1363-2010 oder s.kraenzledontospamme@gowaway.hospiz-esslingen.de